Nutztiere
Anpassungen im Anbindestall
Es muss nicht immer ein Neubau sein. Durch Anpassungen im bestehenden Anbindestall können die Arbeit…
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Landwirtschaftliche Beratung bei Stall Um- und Neubauten für Wiederkäuer
Die meisten Landwirtinnen und Landwirte planen nur ein einziges Mal in ihrem Leben einen Stallneu- oder -umbau. Dabei hat man nicht nur für die arbeits- und produktionstechnische Vereinfachung die Verantwortung, sondern auch für das Wohlbefinden der Tiere, die zukünftig im Stall leben. Wer diese Aufgabe ernst nimmt, zerbricht sich oft nächtelang den Kopf. Eine Zweitmeinung einzuholen und den Stallplan aus Sicht einer Kuh zu beurteilen, kann bei der Planung helfen.
Publiziert am 01.03.2023 · Martina Schmid · Kuhsignale-Beraterin
Der Stallneu- oder -umbau sollte so gestaltet werden, dass die Freiheiten der Weide (Luft, Licht, Futter, Wasser, Ruhe, Raum) in den Stall gebracht werden. Somit werden haltungsbedingte Unfälle reduziert, die Lebensdauer und Leistung der Tiere erhöht und die Arbeitsabläufe für den Menschen vereinfacht. Nach dem Bau muss entweder die Arbeitszeit reduziert sein oder ein grösserer Output entstehen, damit die Investitionskosten wieder eingenommen werden können.
Der geografischen Ausrichtung des Stalles ist ein hoher Stellenwert beizumessen. Die Längsseiten sollten, wenn immer möglich, südseitig und offen oder flexibel im Öffnen sein. Eine offene Südseite kombiniert mit einer offenen Nordseite ermöglicht, eine natürliche Stalllüftung ohne Zug zu erreichen. Zudem scheint die Sonne im Winter oft bis tief in den Stall hinein. Im Sommer hingegen wandert sie bei grosser Hitze schön über den Stall hinweg. Aufgrund von Wind, Wetter und warmer Abendsonne soll die Westseite möglichst geschlossen bleiben oder gut schliessbar sein. Grundsätzlich gilt aber, je mehr Wände geöffnet werden können, desto mehr Luft und Licht findet den Weg in den Stall. Gerade aufgrund der Klimaentwicklung soll der Stall für die vielen warmen Tage im Jahr gebaut werden, um den Hitzestress der Kuh möglichst zu reduzieren.
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Der Erfolg in der Milchwirtschaft hängt von zahlreichen Faktoren ab, die man als Betriebsleiterin oder Betriebsleiter nicht immer alle im Auge behalten kann. Das Fachvideo der UFA-Revue zeigt, wie man dank des Tagestrainings «Kuhsignale» am Verhalten und Aussehen der Kühe erkennt, was im Stall nicht passt.
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Damit Kühe gerne liegen, brauchen sie eine bequeme Liegebox. Um dies zu erreichen, muss baulich, wie…
Zum ArtikelIst der Stall richtig ausgerichtet, ist als Nächstes den Liegeboxen und der Futterachse wie auch den Arbeitsabläufen Beachtung zu schenken. Wenn man es schafft, sich gedanklich in den Neubau zu versetzen, sodass man sich bei der Arbeit selbst zusehen kann, werden viele Fehler reduziert. Kreisläufe und genügend Ausweichmöglichkeiten für Kühe sind extrem wichtig und reduzieren Stressfaktoren für schwache Tiere. Weiter soll die spätere Erweiterung oder Umstrukturierung in den Planungsgedanken mitschwingen.
Grundsätzlich gilt: Wenn man sich Zeit nimmt für eine saubere Planung, entstehen oft gute Resultate. Wer sich traut, Zweitmeinungen einzuholen, lernt seine Planung zu überdenken und zu hinterfragen. So werden grobe Fehler verhindert, was für einen selbst und für die Kuh Positives bewirken kann.
Hier sind die beim Stallbau zu beachtenden wichtigen Punkte in einer Übersicht.
Die Hauptverkehrsachse, sozusagen die Autobahn im Stall, ist der Laufgang an der Fressachse. Diese ist bei Neu- und Umbauten möglichst gross zu gestalten, je nach Rasse zwischen vier und fünf Meter breit. Bei Hornkühen gelten andere Masse.
Obwohl das Tierschutzgesetz bei Ad-libitum-Fütterung 2,5 Kühe pro Fressplatz zulässt, ist es zentral, für jede Kuh einen Fressplatz einzuplanen. Andernfalls werden diejenigen Kühe verdrängt, welche die Futteraufnahme am nötigsten haben, nämlich schwache Kühe und Rinder.
Das Separationsmanagement soll klar durchdacht sein. So ist ein Platz, der ausschliesslich zum Behandeln und Untersuchen der Tiere dient, mit Materiallager, Wasser- und Stromanschluss sehr wichtig.
Böden sollen mit dem Einstreumaterial übereinpassen. Wichtig ist, dass betonierte Böden zuerst einige Zeit mit Mist abgedeckt werden, damit sich die Giftstoffe lösen und mit dem Mist abgetragen werden. Ansonsten können die Gifte die Klauensubstanz der Kühe angreifen. Tritt sichere Böden geben der Herde Sicherheit, Ruhe und verhindern Unfälle bei Mensch und Tier.
Abkalbeboxen sollten in der Nähe des Milchraumes, gut ersichtlich und schnell auszumisten sein. Die Kuh muss auch im Liegen einen guten Kontakt zur Herde haben. Der Transfer zwischen Melkstand, Herde und Abkalbebox muss einfach und von einer Person zu bewerkstelligen sein.
Gegenständige Liegeboxen sollen mindestens 5,2 Meter lang und wandständige mindestens 3,2 Meter lang sein, damit die Kuh ihren nötigen Kopfschwungraum hat. In der Breite sind die Tierschutzmasse einzuhalten, entscheidend ist da vor allem die Form des Boxenbügels, damit der Bauchraum darunter genügend Platz hat.
Sind Tränken in den Quergängen montiert, müssen die Gänge mindestens drei Meter breit sein, um Sackgassen zu verhindern. Quer- und Ausgänge sind so zu planen, dass keine Ecken oder Trichterformen gebaut werden und sich die Kühe nicht verletzen können.
Sind Mistschieber eingeplant, sollen diese bewusst parkiert werden können, um unnötige Stolperstellen zu verhindern.
Beim Ausgang des Melkstandes oder -Roboters sollte zwingend Wasser sowie genügend Platz angeboten werden. Im ganzen Stall braucht es pro zehn Kühe mindestens einen Meter Tränke. Die Tränke soll auf einem Wasserniveau von 60 cm montiert sein.
Kratzbürsten sind im Laufhof zu platzieren, da sie im Stall ein Hindernis darstellen können. Der Schmutz der Kühe wird zudem besser draussen platziert, und die Sonne desinfiziert die Bürste mit ihren UV-Strahlen.